20.01.2026 Wolfgang Heichel (Dschinghis Khan)

Mit Dschingis Khan schrieb Wolfgang Heichel deutsche Musikgeschichte. Bis zuletzt war er mit der Kombo musikalisch unterwegs. Nun wurde bekannt, dass der Sänger bereits im Januar im Alter von 75 Jahren starb.
Wolfgang Heichel, Sänger und Gründungsmitglied der Kultband "Dschingis Khan", ist tot. Er sei bereits am 20. Januar ganz unerwartet im Alter von 75 Jahren verstorben, hieß es nun auf seiner Instagram-Seite. "Der Khan von Dschingis Khan klopfte an die Himmelstür und trat ein. Aber er lebt in seiner Musik weiter", schrieb sein Management dort.
1979 war das große Jahr von Dschingis Khan. Mit "Moskau" und "Dschingis Khan" hatte die Band ihre beiden größten Hits und feierte damit nicht nur in Deutschland, sondern auch international Erfolge. Zusammengestellt wurde sie vom Hitproduzenten Ralph Siegel. Mit den Castings von heute hätte das jedoch nichts zu tun gehabt, erinnerte sich Wolfgang Heichel vor einigen Jahren im Schlagerwelt-Interview. "Das ging recht abenteuerlich zu. [...] Es wurde einfach gefragt: 'Wer kennt wen? Wer hätte Zeit?'"
Am Ende wurden zwei Frauen und vier Männer zu Dschingis Khan zusammengewürfelt. Unter ihnen auch Leslie Mandoki, der später selbst erfolgreicher Produzent wurde. 1985 endete der Vertrag der Band auch schon wieder und somit auch der große Erfolg. "Nach sieben Jahren nicht ausgesuchter Kollegenarbeit konnte keiner den anderen mehr sehen", erinnerte sich Wolfgang Heichel. Doch im Groll blickte er nicht zurück auf Ende der Band. Das sei eine ganz natürliche Entwicklung gewesen. Wir waren die erste Casting-Band, wir waren die erste multikulturelle Band in Deutschland und die erste deutschsprachige Band, die im Ausland so viel Erfolg hatte.
Nach dem Ende der Band versuchten einige Mitglieder unter dem gleichen oder ähnlichen Namen an frühere Erfolge anzuknüpfen, teilweise kam es dadurch auch zu Streitigkeiten. 2023 stellte Ralph Siegel dann eine komplett neue Besetzung vor.
Mit Heichel starb nun bereits das dritte Mitglied der Original-Formation. Steve Bender (†59), der die Band bereits 1981 verließ, starb 2006 an Lungenkrebs. Der charismatische Tänzer Louis Potgieter wurde nur 43 Jahre alt und starb bereits 1994 an den Folgen einer AIDS-Erkrankung.

Quelle: MDR

02.02.2026 - Chuck Negron (Three Dog Nigt)

Er sang Hits wie "Joy to the World" und "An Old Fashioned Lovesong". Nun ist Chuck Negron verstorben.
Die Musikwelt trauert um eine ihrer markanten Stimmen: Chuck Negron, Gründungsmitglied und Leadsänger der Rockband Three Dog Night, ist tot. Der 83-jährige Musiker starb am 2. Februar in seinem Haus in Studio City, Kalifornien. Das hat sein Sprecher Zach Farnum "The Hollywood Reporter" bestätigt. Mit seiner Band hatte Negron zwischen 1969 und 1975 insgesamt 21 aufeinanderfolgende Top-40-Hits gelandet.
Negron litt seit Jahren an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und erkrankte in seinen letzten Lebensmonaten zusätzlich an Herzversagen. Seine Karriere war geprägt von extremen Höhen und Tiefen – vom Welterfolg mit Songs wie "Joy to the World" bis hin zu einem tiefen Fall durch Heroinsucht, bevor er 1991 nach 37 Reha-Aufenthalten endlich clean wurde.
Geboren wurde Negron am 8. Juni 1942 in Manhattan. Seine Jugend verbrachte er in der Bronx, wo er in Doo-Wop-Gruppen sang und Basketball spielte. Sein sportliches Talent brachte ihm ein Stipendium am Allan Hancock College in Kalifornien ein, später studierte er an der California State University in Los Angeles. Dort begann er, sich in der Musikszene Hollywoods umzusehen.
1967 gründete er gemeinsam mit Danny Hutton und Cory Wells die Band Three Dog Night. Mit ihrem ersten großen Hit "One (Is The Loneliest Number)" erreichten sie Platz fünf der Billboard Hot 100. Es folgten zahlreiche weitere Erfolge mit Coverversionen bekannter Songwriter.
Auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs verdienten Three Dog Night laut "Rolling Stone" mehr als Größen wie Elvis Presley oder die Rolling Stones. Doch Negrons zunehmende Heroinabhängigkeit führte zum Zusammenbruch. Der Sänger verlor sein gesamtes Vermögen und landete zeitweise in der Obdachlosigkeit von Los Angeles. Die Band löste sich 1976 auf.
Nach einer kurzen Wiedervereinigung 1982 folgte 1985 ein erneutes Aus, nachdem Negron einen Rückfall erlitten hatte. Seine früheren Bandkollegen Hutton und Wells machten ohne ihn weiter. Erst 1991 gelang es Negron, nach insgesamt 37 Reha-Aufenthalten, endgültig clean zu werden. Er startete eine Solokarriere und veröffentlichte zwischen 1995 und 2017 sieben Alben.
In seinem 1999 erschienenen Buch "Three Dog Nightmare" dokumentierte er schonungslos seinen Absturz und Wiederaufstieg. 2015 verlor er seinen Bandkollegen Cory Wells, der an Blutkrebs starb. Mit Danny Hutton, dem letzten verbliebenen Originalmitglied der Band, versöhnte sich Negron erst im vergangenen Jahr nach jahrzehntelanger Entfremdung.